Duales Studium: Alle Infos auf einen Blick

Das duale Studium einfach erklärt
Ein Studium ist dir zu theoretisch, eine Ausbildung zu praktisch? Dann könnte ein duales Studium genau dein Ding sein. Es verbindet ein akademisches Studium mit praktischer Arbeit in einem Unternehmen, einer Einrichtung oder einer Behörde. Theorie und Praxis wechseln sich dabei in einem festen Rhythmus ab.
Am Ende hast du einen Hochschulabschluss, meistens den Bachelor. Je nach Studienmodell kommt zusätzlich ein anerkannter Berufsabschluss dazu. Wichtig ist deshalb: Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Ob du einen oder zwei Abschlüsse machst, hängt vom jeweiligen Modell ab.
Duale Studiengänge gibt es in vielen Bereichen. Klassiker wie BWL, Wirtschaftsinformatik oder Maschinenbau sind stark vertreten, aber auch Gesundheit, Soziales, Medien, Tourismus oder der öffentliche Dienst kommen infrage. Einen Überblick findest du in der A-Z-Liste dualer Studiengänge.
Abschlüsse im dualen Studium
Oft wird bei einem dualen Studium damit geworben, dass du am Ende gleich zwei Abschlüsse in der Tasche hast. Doch das ist nicht automatisch so. Zwei Abschlüsse bekommst du nur, wenn dein duales Studium ausbildungsintegrierend aufgebaut ist.
Der Bachelorabschluss ist beim dualen Bachelor immer enthalten. Entscheidest du dich für ein ausbildungsintegrierendes Studium, absolvierst du zusätzlich eine Berufsausbildung und legst dafür eine weitere Abschlussprüfung ab, zum Beispiel vor der IHK.
Wie läuft das duale Studium ab?
Im dualen Studium wechseln sich Hochschule und Praxispartner ab. In den Theoriephasen besuchst du Vorlesungen, Seminare und Übungen. In den Praxisphasen arbeitest du im Unternehmen mit, lernst Abteilungen kennen und wendest dein Wissen direkt an.
Wie genau dein Alltag aussieht, hängt vor allem vom Studienmodell und vom Zeitmodell ab. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick in den Studienvertrag und in die Beschreibung des jeweiligen Studiengangs.
Wie lange dauert ein duales Studium?
Ein duales Studium dauert in der Regel sechs bis acht Semester. Das kommt stark auf den jeweiligen Studiengang und auf das Studienmodell oder Zeitmodell an.
Die Studienmodelle im Überblick
Es gibt vier typische Modelle. Wenn du die Unterschiede im Detail prüfen möchtest, findest du mehr dazu auf der Spezialseite zu den Studienmodellen im dualen Studium.
Diese Variante ist besonders verbreitet. Du bist sowohl im Unternehmen als auch an der Hochschule, machst aber keine vollständige Berufsausbildung. Am Ende hast du den Bachelorabschluss und viel Praxiserfahrung.
Bei dieser Variante absolvierst du innerhalb der Praxisphasen eine anerkannte Berufsausbildung. Bei erfolgreichem Abschluss hast du zwei vollwertige Abschlüsse. Dafür ist das Modell zeitintensiver, weil zusätzlich Berufsschule und Ausbildungsprüfung dazukommen können.
Dieses Modell richtet sich an Berufstätige. Du reduzierst in Absprache mit deinem Arbeitgeber deine Arbeitszeit und nutzt die freien Zeiten für dein Studium.
Das berufsbegleitende Modell ist eher eine Sonderform. Du arbeitest meist weiter in Vollzeit und studierst zusätzlich, zum Beispiel abends, am Wochenende oder online. Das kann gut funktionieren, ist aber eine deutliche Doppelbelastung.
Die Zeitmodelle
Das duale Studium unterscheidet sich nicht nur in den Studienmodellen, sondern auch in den Zeitmodellen. Die wichtigsten Varianten sind Blockmodell, Wochenmodell und einzelne digitale oder fernstudienähnliche Lösungen. Mehr Details findest du auf der Seite zu den Zeitmodellen im dualen Studium.
Beim Blockmodell wechselst du für mehrere Wochen oder Monate zwischen Hochschule und Unternehmen. Häufig sind es etwa drei Monate Praxis und drei Monate Theorie. Der Vorteil: Du kannst dich jeweils voll auf einen Bereich konzentrieren.
Beim Wochenmodell wechselst du innerhalb einer Woche zwischen Hochschule und Firma. Zum Beispiel bist du zwei Tage an der Hochschule und drei Tage im Unternehmen. Das ist abwechslungsreich, kann aber auch anstrengend sein.
Seltener ist die Kombination aus Praxispartner und Fernstudium. Du lernst dann flexibler und digitaler, brauchst aber viel Selbstorganisation. Wenn dich diese Variante interessiert, lies mehr zum dualen Fernstudium.
Was und wo kann man dual studieren?
Heutzutage kannst du fast alles dual studieren. Besonders beliebt sind wirtschaftliche, technische und IT-nahe Fächer, aber auch Gesundheit, Fitness, Medien, Kommunikation, Pädagogik, Soziales, Tourismus, Event, Verwaltung und öffentlicher Dienst sind vertreten.
Wichtig ist nicht nur der Studiengang, sondern auch dein Praxispartner. Zwei Studiengänge mit ähnlichem Namen können sich ganz unterschiedlich anfühlen, je nachdem, in welcher Branche du arbeitest. Für die Suche kannst du die dualen Studiengänge von A bis Z nutzen.
Duale Studienplätze gesucht?
Hier findest du Hochschulen, die duale Studienplätze anbieten.
Bewerbung und Voraussetzungen
Die Bewerbung für ein duales Studium läuft etwas anders ab als für ein klassisches Studium. Meistens bewirbst du dich zuerst bei einem Unternehmen. Wenn du dort eine Zusage bekommst, folgt die Einschreibung an der kooperierenden Hochschule. Mehr Details findest du auf der Seite zur Bewerbung für ein duales Studium.
Plane genug Zeit ein: Viele Unternehmen schreiben ihre Plätze bereits etwa ein Jahr vor Studienbeginn aus. Die wichtigsten Hinweise findest du in den Infos zu Zeitplanung und Bewerbungsfristen.
Manchmal funktioniert auch der andere Weg: Du bewirbst dich zuerst bei einer Hochschule und suchst danach einen Praxispartner. Viele duale Hochschulen listen kooperierende Unternehmen. Zusätzlich helfen Unternehmen und freie Studienplätze bei der Orientierung.
Voraussetzungen für ein duales Studium
Für ein duales Bachelorstudium brauchst du in der Regel Abitur, Fachabitur oder eine vergleichbare Hochschulzugangsberechtigung. Je nach Bundesland und Hochschule kann ein duales Studium auch mit beruflicher Qualifikation möglich sein. Lies dazu auch die Spezialseiten zu den Voraussetzungen und zum dualen Studium ohne Abitur.
- Abitur, Fachabitur oder eine anerkannte berufliche Qualifikation
- gute Noten, besonders in den für den Studiengang wichtigen Fächern
- Motivation, Belastbarkeit und gutes Zeitmanagement
- selten ein klassischer NC im dualen Studium, aber oft Auswahlverfahren beim Unternehmen
Welche Schulfächer besonders wichtig sind, hängt vom Studiengang ab. Für Wirtschaft, Technik und Informatik sind gute Mathekenntnisse häufig hilfreich. In international ausgerichteten Studiengängen können gute Englischkenntnisse wichtig sein. Im sozialen oder gesundheitlichen Bereich zählen oft zusätzlich persönliche Eignung, Kommunikation und Belastbarkeit.
Das Gehalt im dualen Studium
Der große Pluspunkt im dualen Studium: das Gehalt! Im Schnitt bekommst du als duale*r Student*in zwischen 724 Euro und 1.800 Euro. In manchen Branchen ist sogar deutlich mehr drin, während es in anderen kaum oder gar kein Gehalt gibt. Wie viel du tatsächlich bekommst, hängt stark von der Branche und dem Unternehmen ab. Das Gehalt wird oft durch Zusatzleistungen aufgestockt, dazu zählen u. a.:
- teilweise oder vollständige Übernahme der Studiengebühren
- Übernahme von Fahrtkosten
- Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
- Wohnkostenzuschuss
- Firmensmartphone oder Laptop
- vergünstigtes Mittagessen oder monatliche Zusatzzahlungen
Gut zu wissen: Seit dem 1. Januar 2020 gibt es in Deutschland eine gesetzlich festgelegte Mindestausbildungsvergütung für Auszubildende, also eine Art Azubi-Mindestlohn. Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, liegt sie im ersten Ausbildungsjahr bei 724 Euro brutto pro Monat. Bei Ausbildungsbeginn 2025 waren es 682 Euro im ersten Ausbildungsjahr. Diese Regelung gilt auch für ausbildungsintegrierte duale Studiengänge, und zwar für die Dauer beziehungsweise die Ausbildungsteile deiner dualen Berufsausbildung. Der gesetzliche Mindestlohn greift nur dann, wenn dein Ausbildungsberuf oder der Betrieb nicht tarifgebunden ist.
Konkrete Beispiele zum Gehalt findest du in den Gehaltsangaben für ein duales Studium.
Wie viel kostet ein duales Studium?
Die Studiengebühren der dualen Hochschulen und Akademien variieren, liegen in der Regel aber zwischen 300 und 600 Euro im Monat. Ob sie dein Arbeitgeber beziehungsweise dein Praxisunternehmen übernimmt, wird in deinem Arbeitsvertrag geregelt.
Mit den Studiengebühren ist es allerdings nicht getan: Auch deine Wohnung, Lebensmittel, Hobbys und Lernmaterialien wollen bezahlt werden. Zwar bekommst du während eines dualen Studiums Gehalt, aber das reicht nicht unbedingt, um alle Kosten zu decken. Aber keine Angst. Es gibt zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten, um dich zu entlasten!
Passt ein duales Studium zu dir?
Ein duales Studium passt zu dir, wenn du gerne strukturiert arbeitest, früh Praxiserfahrung sammeln möchtest und dir vorstellen kannst, Studium und Job parallel zu stemmen. Wenn du noch unsicher bist, helfen dir die Entscheidungshilfen Welches duale Studium passt zu mir? und Duales oder normales Studium?.
Wenn du viel Freiheit bei der Studiengestaltung suchst, gerne lange Semesterferien hättest oder dir noch gar nicht sicher bist, in welche Richtung du beruflich willst, kann ein klassisches Vollzeitstudium besser passen.
Fazit
Ein duales Studium ist vor allem dann attraktiv, wenn du nicht nur theoretisch lernen möchtest. Du bist früh im Berufsalltag, verstehst Unternehmensabläufe und kannst dein Wissen direkt ausprobieren. Dadurch sammelst du schon während des Studiums Erfahrungen, die beim Berufseinstieg wertvoll sein können.
- Du verbindest Studium und Berufspraxis.
- Du bekommst meistens ein monatliches Gehalt.
- Du hast klare Strukturen und feste Praxisphasen.
- Du lernst ein Unternehmen von innen kennen.
- Du hast gute Chancen, nach dem Abschluss übernommen zu werden, auch wenn das nicht garantiert ist.
- Beim ausbildungsintegrierenden Modell kannst du zwei Abschlüsse erwerben.
So gut das Modell klingt, es passt nicht zu jedem. Ein duales Studium ist anspruchsvoll, weil du Studium und Arbeit miteinander vereinbaren musst. Während andere Studierende Semesterferien haben, arbeitest du häufig im Unternehmen. Auch nach Vorlesungen oder Arbeitstagen können Prüfungen, Hausarbeiten und Vorbereitung anstehen.
- Die Arbeitsbelastung ist hoch.
- Du hast weniger freie Zeit als in vielen klassischen Studiengängen.
- Du legst dich früh auf Fachrichtung, Branche und Praxispartner fest.
- Ein Wechsel oder Abbruch kann komplizierter sein als im Vollzeitstudium.
- Für eine wissenschaftliche Laufbahn ist das duale Studium meist weniger passend.
FAQ: Häufige Fragen zum dualen Studium
Die duale Ausbildung ist eine betriebliche Berufsausbildung mit Berufsschule. Beim dualen Studium kombinierst du berufliche Praxis mit einem akademischen Studium. Eine Berufsausbildung kann integriert sein, muss es aber nicht.
Meistens nicht im klassischen Sinn. Wenn keine Vorlesungen stattfinden, bist du häufig im Unternehmen. Frei hast du über deinen vertraglich geregelten Urlaub. Mehr dazu findest du unter Urlaub und Semesterferien im dualen Studium.
Das ist möglich, aber nicht automatisch vorgesehen. Bei internationalen Unternehmen kann eine Praxisphase im Ausland machbar sein. Kläre das am besten vor Vertragsabschluss und lies mehr zum dualen Studium im Ausland.
Ja, du kannst abbrechen. Du solltest vorher aber genau in deinen Vertrag schauen. Je nach Vereinbarung kann es sein, dass du Studiengebühren oder andere Leistungen zurückzahlen musst. Mehr dazu: Duales Studium abbrechen.
Ja, duale Master gibt es. Das Angebot ist aber deutlich kleiner als bei dualen Bachelorstudiengängen. Wenn du nach dem dualen Bachelor weiterstudieren willst, prüfe die Voraussetzungen für einen Master nach dem dualen Bachelor.
In der Praxis ist das schwierig. Praxisphasen, Vorlesungen und Prüfungen füllen den Alltag stark aus. Außerdem muss dein Arbeitgeber einem Nebenjob oft zustimmen.

de.educations.com TeamAutor
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