Auslandsstudium

Studieren im Ausland – erste Schritte
Bevor es mit deinem Auslandsstudium losgeht, gibt es eine Menge Dinge zu erledigen und so viele Informationen einzuholen. Wo sollst du da anfangen? Einen ersten Schritt hast du bereits gemacht: Du hast angefangen, dich im Internet zu informieren und bist auf Artikel wie diesen gestoßen. Zusätzlich solltest du dich an das Akademische Auslandsamt, auch: International Office, an Universitäten und Hochschulen wenden. Dort findest du Ansprechpartner*innen für alle Fragen und Erstinformationen rund ums Auslandsstudium, die dich bei deinen Planungen unterstützen.
Wir empfehlen dir, genug Zeit für die Vorbereitung deines Auslandsstudiums einzuplanen. Mindestens ein bis anderthalb Jahre solltest du dir Zeit nehmen, damit du alles in Ruhe erledigen kannst. Du wirst feststellen, wie viele Informationen auf dich einprasseln und To-dos es zu erledigen gibt. Lass dich davon nicht entmutigen, sondern mache dir einen Plan, wie du Schritt für Schritt vorgehst. So verlierst du nie die Motivation, deinem Ziel näher zu kommen.
Vorbereitung für das Auslandsstudium
Jetzt heißt es einen Schritt nach dem anderen gehen. Wir haben dir einige To-do-Listen bzw. Fragenkataloge zusammengestellt, an denen du dich langhangeln kannst. Wir empfehlen dir dennoch, dich mit dem Akademischen Auslandsamt abzustimmen und dich zum Beispiel mit anderen Studierenden auszutauschen, die bereits international studiert haben.
- Sprichst du die Sprache des Landes? Musst du einen Sprachkurs belegen? Falls ja, melde dich rechtzeitig an.
- Möchtest du an einem Austauschprogramm teilnehmen oder als sogenannte*r Free Mover*in alles in kompletter Eigenregie organisieren?
- Wie sehen deine finanziellen Möglichkeiten aus? Je nach Land gibt es höhere oder niedrigere Lebenshaltungskosten als in Deutschland, teilweise gibt es hohe Studiengebühren.
- Was erwartest du vom Auslandsstudium? Geht es dir darum, eine Eliteuni zu besuchen oder möchtest du Land und Leute kennenlernen?
- Gibt es eine bestimmte Region im Land, die dich besonders interessiert? So wäre die Wahl der Unis schon einmal eingegrenzt.
- Ist dir das Ansehen der Uni wichtig?
- Welche Zulassungsbedingungen gibt es? Kannst du diese erfüllen?
- Können die Kurse angerechnet werden?
- Wie sind die Bewerbungsfristen? Gelten andere Fristen für ausländische Bewerber*innen?
- Musst du Unterlagen übersetzen und/oder anerkennen lassen, z. B. Prüfungsleistungen?
- Musst du einen Sprachnachweis erbringen und dich dafür um die Prüfung kümmern? Das sollte frühzeitig geschehen, denn die Termine für TOEFL & Co. sind oft schnell ausgebucht.
- Welche weiteren Unterlagen sind nötig?
- Wie ist die Visumsituation in deinem Wunschland? Gibt es Besonderheiten für Studierende? Bist du in der EU?
- Brauchst – und vor allem: bekommst – du eine Arbeitserlaubnis? Wenn du beispielsweise einem Nebenjob nachgehen willst, um die Finanzierung zu erleichtern, muss dieser verrechnet werden. Informiere dich frühzeitig, wie die rechtlichen Gegebenheiten sind, vor allem, wenn du auf das Geld angewiesen bist.
- Welche Unterlagen brauchst du für ein Konto? In der Regel benötigst du ein Konto in deiner neuen Heimat. Für die Miete, Studiengebühren oder wenn du selbst Geld verdienst, ist ein Konto wichtig. Normalerweise wirst du dieses erst eröffnen können, wenn du einen Wohnsitz dort hast. Informiere dich am besten vorab, ob es Besonderheiten gibt, die du beachten musst.
- Wo willst du wohnen während deines Auslandsstudiums? Studentenwohnheimesind in der Regel die günstigste Variante, allerdings auch sehr beliebt und dementsprechend schnell weg. So gilt auch hier: Kümmere dich so früh wie möglich darum! Viele Unis helfen ausländischen Student*innen bei der Wohnungssuche oder reservieren Plätze im Wohnheim für sie. Ansonsten gibt es häufig Wohngemeinschaften. Der Vorteil daran ist, dass du sofort Anschluss hast.
- Welche Versicherungen brauchst du für dein Auslandsstudium? Lass dich beraten, welche Versicherungen unerlässlich sind. Eine Auslandskrankenversicherung sollte auf jeden Fall vorhanden sein, aber ist vielleicht auch eine Haftpflichtversicherung sinnvoll? Oder eine Unfallversicherung? Setze dich mit deiner Krankenkasse in Verbindung und kläre deinen Versicherungsstatus für ein Auslandsstudium ab.
- Sind spezielle Impfungen in deinem Zielland erforderlich? Welche Impfungen hast du bereits, welche müssen aufgefrischt werden? Auch hier empfiehlt sich wieder eine frühzeitige Recherche, denn manche Impfungen erfordern mehrere Dosen in einem mehrwöchigen Abstand. Gerade für ein Auslandsstudium in weit entfernte und exotischere Länder sind Impfungen nicht zu unterschätzen.
Vorteile und Nachteile eines Auslandsstudiums
So viel Aufwand! Was bringt ein Auslandsstudium? Und lohnt sich das denn auch? Ja! Ein Auslandsstudium bietet viele Vorteile, auch wenn es wenige Nachteile mit sich bringen mag. Was für dich mehr Gewicht hat, entscheidest letztendlich du.
Vorteile Auslandsstudium
- Du verbesserst deine Fremdsprachenkenntnisse.
- Du hast einen Karrierevorsprung nach dem Studium (da du durch ein Auslandsstudium organisatorische und internationale Kompetenzen unter Beweis stellst).
- Du sammelst (Auslands-)Erfahrung fürs Leben und den Lebenslauf.
- Du lernst neue Leute, ein neues Land und eine neue Kultur kennen.
- Du kannst Kontakte knüpfen und „netzwerken“.
- Die Studienbedingungen sind gegebenenfalls besser.
- Deine Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Flexibilität werden gefördert.
- Die Studienabschlüsse werden inzwischen überall anerkannt (innerhalb Europas).
- In einigen Ländern sind die Zulassungsvoraussetzungen einfacher zu erfüllen.
Wer sein ganzes Studium im Ausland absolviert (und nicht nur ein Auslandssemester macht), sammelt intensiv internationale Erfahrung und festigt Fremdsprachenkenntnisse umfassend. Da das Bachelor-Master-System international gilt, hast du keine Nachteile, wenn es um die Gültigkeit und Wertigkeit deines Abschlusses geht.
Nachteile Auslandsstudium
- Das Studium und das Erlernen einer Fremdsprache stellen eine Doppelbelastung dar.
- Du bekommst vielleicht Heimweh.
- Je nach Land sind die Studiengebühren höher.
- Deine sozialen Kontakte (Freunde und Familie) im Heimatland leiden.
- Wenn du nach dem Auslandsstudium im Heimatland arbeiten willst, musst du je nach Berufswunsch Zusatzprüfungen ablegen, wenn sich die inländische Studienordnung doch sehr stark von der ausländischen unterscheiden sollte. (Beispielsweise für Rechtswissenschaften gilt: Du studierst in der Regel das Rechtssystem, das in deinem Studienland gilt. Informiere dich vorab genau über die Anerkennung und deine Berufsmöglichkeiten in deinem Heimatland.)
- Der Planungsaufwand des Auslandsstudium ist sehr hoch.
- Du musst mit kulturellen Unterschieden und Gepflogenheiten zurechtkommen.
FAQ zum Auslandsstudium
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) rät dazu, dir gut 18 Monate vorher zu überlegen und zu entscheiden, wo es dich hinzieht und wie lange du bleiben möchtest. Dann geht es an die ersten Schritte. Für diese solltest du dir mindestens 15 Monate Zeit nehmen, denn bis du alle Infos zusammen, Unterlagen besorgt und Sprachkenntnisse aufgefrischt hast, sind schnell einige Wochen ins Land gegangen. Je früher du beginnst, desto entspannter kannst du sein und verpasst außerdem keine Fristen.
Sicher fragst du dich, welche Kosten im Auslandsstudium auf dich zukommen und wie du diese finanzierst. In den meisten anderen Ländern kostet ein Studium Geld, dort können Studiengebühren anfallen. Hinzu kommen die üblichen Kosten wie Miete, Lebensmittel, Bücher, Freizeitausgaben etc. Zwar können die Lebenshaltungskosten in manchen Ländern niedriger ausfallen, doch gerade in den beliebten Ländern wie den USA, Australien oder England sind sie vergleichbar, wenn nicht höher als in Deutschland. Möglichkeiten für eine Finanzierung sind spezielle Förderprogramme, Stipendien, Studienkredite und Auslands-BAföG.
Entscheidest du dich, über das Erasmus-Programmim Ausland zu studieren, musst du keine Studiengebühren zahlen, falls an der Hochschule welche anfallen. Mehr Infos zu den Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten haben wir dir in unseren Ratgeberartikel zusammengestellt.
Ja, du kannst dein gesamtes Studium im Ausland verbringen. Das bietet sich zum Beispiel aus fachlichen Gründen an, wenn eine Hochschule im Ausland einen besonders guten Ruf hat oder wenn du schlicht und ergreifend besonderes Interesse an einem Land hast. Häufig gehen Student*innen auch ins Ausland, um Zulassungsbeschränkungen in Deutschland zu umgehen. Das ist etwa bei Fächern wie Medizin der Fall. Wichtig ist, dass du dich vorher absicherst und prüfst, dass der Abschluss in Deutschland anerkannt ist.
Für alle, denen ein komplettes Studium im Ausland zu viel ist, bietet sich ein Auslandssemester an. Das ist je nach Studienfach sogar verpflichtend im Studienplan vorgesehen, aber du kannst natürlich auch freiwillig ein oder zwei Semester ins Ausland gehen.
Ja, ein im Ausland absolviertes Studium kann in Deutschland anerkannt werden, allerdings hängt dies von mehreren Faktoren ab. Wenn du nach deinem Auslandsstudium in Deutschland weiterstudieren möchtest, entscheidet die jeweilige Hochschule individuell über die Anerkennung deiner im Ausland erbrachten Leistungen. Hierbei ist oft die Äquivalenz der Studieninhalte entscheidend. Lass dich am besten schon frühzeitig von deiner Hochschule beraten.
Gut zu wissen: Die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) stellt Gutachten und Bewertungen aus, die angeben, ob ein ausländischer Hochschulabschluss einem deutschen Abschluss gleichwertig ist. Diese Bewertungen helfen Universitäten, Arbeitgebern und Behörden bei der Einschätzung der Qualifikationen von Bewerber*innen mit ausländischen Abschlüssen. In der anabin-Datenbank findest du Infos über ausländische Bildungssysteme, Hochschule und Abschlüsse.
Ja, es ist möglich, auf Deutsch im Ausland zu studieren – entweder in einem deutschsprachigen Land, an einer deutschen Hochschule im Ausland oder in speziellen Programmen internationaler Universitäten. Wenn die Studiensprache ein wichtiges Kriterium für dich ist, solltest du deine Studiensuche auch danach filtern.
Am einfachsten ist es, wenn du an einem Austauschprogramm wie Erasmus+ teilnimmst. Hier bekommst du Unterstützung, vor allem, was das Finanzielle betrifft. Unabhängig davon haben viele Hochschulen Partnerhochschulen im Ausland, an denen du studieren kannst. Zwar bist du dann örtlich relativ festgelegt, aber die Anerkennung der erbrachten Studienleistungen ist recht unkompliziert, weil das zu erbringende Studienpensum zwischen den Hochschulen bereits abgestimmt und in den Studienverlaufsplan integriert ist.
Noch einfacher ist es, wenn du dich für ein Studium mit integriertem Auslandsaufenthalt entscheidest. Dann ist der Aufenthalt im Ausland fester Bestandteil des Studiums, was die Organisation ungemein erleichtert, und die Studienleistungen werden in der Regel auch anerkannt.
Du hast die Möglichkeit, dich komplett selbst um dein Auslandsstudium zu kümmern, als sogenannte*r Free Mover*in. Als Free Mover*in planst und organisierst du dein Auslandsstudium auf eigene Faust. Dann bist du an keine Partnerhochschule gebunden und kannst dir irgendwo auf der Welt deinen Studienplatz suchen. Das ist sicherlich viel Arbeit, aber wir können dir versichern: Wenn du das geschafft hast, wirst du zum einen mächtig stolz auf dich sein und zum anderen hast du in Eigenregie gelernt, wie du richtig organisierst. Achte darauf, dass die Studienleistungen sowie der Abschluss in Deutschland anerkannt werden.
Laut des Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (IWD) strebten 2019, also vor der Pandemie, mehr als 138.000 Student*innen einen Abschluss im Ausland an. Das entsprach einem Anteil von rund fünf Prozent der Student*innen in Deutschland. Besonders beliebt waren Österreich (30.231) und die Niederlande (22.439). Für Österreich spricht, dass es dort keine Sprachbarriere gibt und Fächer wie Medizin sind zulassungsfrei sind – statt eines NC gibt es einen Aufnahmetest. Auch die Schweiz, ebenfalls ein Nachbarland Deutschlands, gehört zu den Top 5 der beliebtesten Länder.
Darüber hinaus sind auch englischsprachige Staaten wie USA oder Australien sehr beliebt, ebenso Ziele in Asien, zum Beispiel China, auch wenn der organisatorische Aufwand hier höher ist als in der EU.
Bis hierher haben wir dir einen guten Überblick zum Thema Auslandsstudium gegeben. Viele weitere hilfreiche Informationen und Tipps findest du auf folgenden Websites:
- www.daad.de
- www.erasmusplus.de
- www.studentenwerke.de/de/content/auslandsstudium
- www.studieren-weltweit.de
- Informationen aus erster Hand bekommst du von Kommiliton*innen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben, oder du meldest dich direkt bei den Hochschulen deiner Wahl im Ausland und holst Informationen ein.

de.educations.com TeamAutor
Finden Sie ein Programm in diesen Kategorien