Studienbewerbung

7. Juli 2026
Studieninteressierter stellt am Laptop die Unterlagen für seine Studienbewerbung zusammen.

Überblick

Ein Studium bietet nicht nur eine fundierte Ausbildung und oft bessere Karrierechancen, sondern auch die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und seine Interessen und Talente zu entfalten. Es gibt noch viele weitere Gründe, warum sich immer mehr Schüler*innen für ein Studium entscheiden. Und das hat Folgen, denn keine Hochschule kann unendlich viele Studierende aufnehmen – irgendwann sind die Plätze voll. Wenn also mehr Bewerber*innen als freie Plätze da sind, muss ein Auswahlverfahren her. Besonders die staatlichen Unis setzen dabei hauptsächlich auf den NC. Es ist aber auch wichtig zu bedenken, dass der NC nicht das einzige Kriterium für die Zulassung zu einem Studiengang ist. Viele private Hochschulen berücksichtigen auch andere Faktoren wie Motivationsschreiben, Arbeitsproben, Sprachnachweise, Eignungstests oder Auswahlgespräche. Detaillierte Informationen zu den verschiedenen Bewerbungsanforderungen findest du in diesem Ratgeber. 

Wusstest du, dass es “Infotage an Hochschulen” gibt? Schüler*innen können sich dort bereits während der Schulzeit über Studienfächer informieren. Sie erhalten Einblicke in Inhalte, Anforderungen und das Campusleben, tauschen sich mit Lehrenden und Studierenden aus und nehmen an Führungen oder Vorträgen teil. 

Alle Infos rund um den Numerus Clausus

„NC“ steht für Numerus Clausus und bedeutet „begrenzte Anzahl". Vor allem bei beliebten Studienfächern musst du damit rechnen, dass du dich nicht einfach einschreiben kannst. Ist eine freie Einschreibung möglich und gibt es keinen NC, spricht man von zulassungsfreien Studiengängen. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen kann der NC von Semester zu Semester variieren. 

Da das Hochschulsystem in Deutschland von den einzelnen Bundesländern geregelt wird, gibt es in jedem Bundesland ein eigenes Hochschulgesetz, was bedeutet, dass die einzelnen Hochschulen einen großen Spielraum bei der Festlegung ihres eigenen NC-Verfahrens haben. So kann es zum Beispiel sein, dass dein gewünschter Studiengang zwar in Köln zulassungsbeschränkt ist, aber nicht unbedingt auch in einer anderen Stadt. Es gibt verschiedene Faktoren, die den NC beeinflussen können, wie zum Beispiel die Anzahl der Bewerber*innen, die Anzahl der verfügbaren Plätze und die Durchschnittsnote der Bewerber*innen. 

Aber um gleich mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Der NC ist mehr als „nur” die Abinote! Denn in den Zulassungsverfahren für zulassungsbeschränkte Studiengänge zählen auch andere Kriterien, die die Hochschulen heranziehen können. Dabei wenden die Hochschulen unterschiedliche Quoten an.  

Good to know: Wenn du dir unsicher bist, ob deine Abinote für deinen gewünschten Studienplatz ausreicht, ist es wichtig, dass du folgendes weißt: Zum Zeitpunkt deiner Bewerbung kannst du noch nicht wissen, wie hoch der NC in dem Semester sein wird, für das du dich bewirbst! Lass dich deshalb nicht abschrecken und bewerbe dich trotzdem. Es gibt immer Möglichkeiten und Chancen, auch mit einer etwas schlechteren Abinote einen Studienplatz zu bekommen. 

Wann muss ich mich bewerben?

Die Bewerbungsphase für das Wintersemester startet meist im Mai/Juni, für das Sommersemester im November/Dezember. Unbedingt zu beachten ist auch, dass es Fristen gibt, um sich für einen Studienplatz an einer staatlichen Universität zu bewerben bzw. an einer Hochschule zu studieren.

Die Bewerbungsfrist an staatlichen Hochschulen für das Jahr 2025/2026 endet am 15. Juli 2025 für das Wintersemester und am 15. Januar 2026 für das Sommersemester.  Achtung: Alt-Abiturienten müssen sich für das Wintersemester bereits bis zum 31.5.2025 beworben haben.

Und wie sieht es mit privaten Hochschulen aus? Hier kannst du dich in der Regel jederzeit bewerben. Solltest du dich für einen dualen Studiengang entscheiden, sind mitunter Bewerbungsfristen auch an privaten Unis möglich. Informiere dich auf jeden Fall bei deiner Wunschhochschule, wie die Bewerbung für deinen Traumstudiengang geregelt ist. 

Hier findest du Beispiele, wie es an einigen privaten Hochschulen mit dem Bewerbungsverfahren aussieht: 

Hochschule

Fristen

Ausnahmen

IU

Bewerbung jederzeit möglich

Duales Studium: Start 4 x im Jahr zum Quartalsbeginn, Bewerbung 1 Monat vorher 

IST Hochschule für Management  

Bewerbung jederzeit möglich

Duales Studium:   15.8. WiSe & 15.2.  SoSe 

Hochschule Fresenius 

Bewerbung jederzeitmöglich

AKAD

Bewerbung jederzeit möglich

Wie bewerbe ich mich?

Du willst ganz genau wissen, wie der Prozess bei deiner Bewerbung und schließlich bei der Einschreibung funktioniert? Wir haben exakte Anleitungen für dich! 

Schritt für Schritt – Bewerbung  

Wie du dich für deinen Wunschstudiengang, bewirbst erfährst du hier: 

  1. Studiengang recherchieren: Finde heraus, welche Hochschulen deinen Wunschstudiengang anbieten. Achte auf Zulassungsvoraussetzungen (NC, Eignungstests, Sprachzertifikate). 
  2. Bewerbungsart klären: Staatliche Unis nutzen oft das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) über hochschulstart.de, während private Hochschulen eigene Bewerbungsprozesse haben. 
  3. Unterlagen vorbereiten: Abiturzeugnis, Motivationsschreiben (falls erforderlich), Sprachzertifikate, Arbeitsproben oder Mappe für kreative Studiengänge. 
  4. Fristen beachten: 15. Juli fürs Wintersemester, 15. Januar fürs Sommersemester an staatlichen Unis. Private Unis haben meistens keine Fristen (siehe Tabelle oben). 
  5. Bewerbung abschicken: Online-Portale der Hochschulen oder hochschulstart.de nutzen. Manche Unis fordern auch Bewerbungen per Post. 
  6. Rückmeldung abwarten: Nach Bewerbungsende prüfen Hochschulen die Bewerbungen. Falls du eine Zulassung erhältst, musst du dich einschreiben. 

Schritt für Schritt – Einschreibung 

Sobald du eine Zusage für einen Studienplatz hast, musst du dich offiziell einschreiben. Hier sind die wichtigsten Schritte: 

  1. Zulassungsbescheid prüfen: Dort stehen wichtige Infos zu Fristen und nötigen Unterlagen. 
  2. Semesterbeitrag überweisen: Staatliche Unis und FHs verlangen eine Gebühr (oft zwischen 100 – 350 € pro Semester). 
  3. Krankenversicherungsnachweis einreichen: Pflicht für alle Studierenden unter 30 Jahren. 
  4. Einschreibeunterlagen hochladen oder per Post senden: Meist benötigt: Abiturzeugnis, Ausweiskopie, ggf. Sprachzertifikate. 
  5. Studierendenausweis erhalten: Nach erfolgreicher Einschreibung bekommst du deinen Studierendenausweis und oft Zugangsdaten für Hochschulplattformen. 

Das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV)

Wie bereits erwähnt, ist es oft sinnvoll, sich für seinen Traumstudiengang an mehreren Hochschulen gleichzeitig zu bewerben. Egal, ob du dich für einen oder mehrere Studiengänge an verschiedenen Hochschulen bewirbst, man kann leicht den Überblick verlieren. Zum Glück gibt es das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV). Das DoSV wird von der Stiftung für Hochschulzulassung durchgeführt und koordiniert den Bewerbungsprozess für zulassungsbeschränkte (teilweise auch zulassungsfreie) Studiengänge. hochschulstart.de wickelt das Verfahren zentral ab. Im DoSV kannst du jederzeit den Stand deiner Bewerbung einsehen. Das Verfahren gliedert sich in drei Phasen: Bewerbungsphase, Koordinierungsphase und Koordinierte Nachrückphase. Das Bewerbungsverfahren ist in der Regel etwas komplizierter und umfangreicher als bei Bewerbungen direkt an der Hochschule, deshalb solltest du dich frühzeitig damit auseinandersetzen. 

Wichtig: Die Studienangebote mit bundesweiter Zulassungsbeschränkung (Humanmedizin, Tiermedizin (nur zu einem Wintersemester), Zahnmedizin und Pharmazie) nehmen immer am DoSV- Verfahren teil. 

Bewerbungsverfahren an privaten Hochschulen

Das Bewerbungsverfahren an privaten Hochschulen unterscheidet sich in der Regel von dem an staatlichen Hochschulen, da die Bewerber*innen nicht über den NC ausgewählt werden. Während staatliche Universitäten und Hochschulen ihre Studiengänge durch einen örtlichen NC begrenzen, nutzen private Hochschulen in der Regel interne Auswahlverfahren. Wie dieses Auswahlverfahren genau abläuft, kann jede Hochschule selbst entscheiden. Deshalb ist es immer am besten, sich direkt bei der Studienberatung oder auf der Website der Hochschule zu informieren, um genau zu wissen, was auf einen zukommt.  

Motivationsschreiben, Sprachtests, Eignungsprüfungen und künstlerische Mappe

Es gibt viele Studiengänge, die nicht nur eine Hochschulzugangsberechtigung und im Idealfall einen guten Notendurchschnitt voraussetzen. Zusätzlich müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden, wie z.B. ein Motivationsschreiben, der Nachweis von Fremdsprachenkenntnissen, das Bestehen von Eignungsprüfungen oder bei künstlerischen Fächern die Erstellung einer Mappe.  

Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben kann von einigen Hochschulen, vor allem von privaten, bei der Bewerbung um einen Studienplatz verlangt werden. Aber auch für ein Auslandssemester oder ein Auslandsstudium sowie für Masterstudiengänge kann es eine Voraussetzung sein. Ziel des Motivationsschreibens ist es, in eigenen Worten die Gründe und Interessen für das angestrebte Studium darzulegen. Mit deinem Motivationsschreiben hast du die Möglichkeit, dich positiv darzustellen und den Prüfern zu zeigen, warum gerade du die beste Wahl für den Studienplatz bist. Mehr dazu kannst du in unserem Artikel zum Motivationsschreiben nachlesen. 

Tipps für eine hilfreiche Strategie: Mache dir zunächst Notizen, ohne dich um Formulierungen zu kümmern, sondern nur um Ideen zu sammeln. Diese können dir helfen, Schritt für Schritt zu einem fertigen Konzept zu kommen. Das erleichtert oft den Einstieg in das eigentliche Schreiben, wenn du sonst nicht weißt, wie du anfangen sollst. 

Sprachtests

In den meisten Fällen reicht das Schulenglisch als Nachweis aus, aber für internationale Studiengänge oder Studiengänge mit fremdsprachlichem Schwerpunkt wird ein bestimmtes Sprachniveau verlangt. Auch für Masterstudiengänge wird oft ein Sprachnachweis gefordert. Die vier bekanntesten Sprachzertifikate sind TOEFL, IELTIS, Cambridge Certificate und PTE Academic. Mehr zu diesem Thema findest du in unserem ausführlichen Artikel zu den Sprachtests

Eignungsprüfung

Für einige Studiengänge sind zusätzlich zur Bewerbung spezielle Eignungstests erforderlich, die du bestehen musst. Dies gilt insbesondere für Sport- und Kunststudiengänge, bei denen du deine Fähigkeiten in einem Test unter Beweis stellen musst. Um diese zu überprüfen, werden verschiedene Aufgaben gestellt – entweder in Form eines Assessment Centers oder rein fachspezifisch in Form eines Tests. Informiere dich am besten hier auf unserer ausführlichen Seite zur Eignungsprüfung oder bei deiner Wunschhochschule über den genauen Ablauf. 

Mappe

Wenn du einen kreativen Studiengang anstrebst, wirst du möglicherweise mit der Erstellung einer Mappe konfrontiert. Damit hast du die Möglichkeit, deine Kreativität und deine Arbeitsweise vorab unter Beweis zu stellen. Die Anforderungen sind von Hochschule zu Hochschule und auch je nach Studiengang unterschiedlich. Für ein Filmstudium gelten andere Anforderungen als zum Beispiel für eine Bewerbung an einer Modeschule. In Designstudiengängen sind Mappen oft obligatorischer Bestandteil einer Bewerbung und umfassen je nach geforderter Art etwa zehn bis 20 künstlerische Arbeitsproben von dir. Detaillierte Informationen findest du auf unserer Ratgeberseite zur Mappe und auf den Websites der jeweiligen Hochschulen. 

Tipp: Das Zusammenstellen einer Mappe nimmt einige Monate in Anspruch – beginne also frühzeitig damit! 

Studieren ohne Abitur

Ein Studium ohne Abitur wird immer beliebter – derzeit studieren über 70.000 Menschen ohne Abitur an deutschen Hochschulen. Damit hat sich die Zahl der Studierenden, die sich beruflich für ein Studium qualifiziert haben, von 2011 bis 2021 mehr als verdoppelt. Die genauen Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Manche Bundesländer verfügen über mehr Erfahrung und Service als andere. Es empfiehlt sich daher, frühzeitig Informationen bei den jeweiligen Hochschulen einzuholen. 

Studieren mit Fachabitur

Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und Fachhochschulreife – sind sie alle gleich? Nein! Jeder dieser Abschlüsse ist individuell und setzt unterschiedliche Studienvoraussetzungen voraus. 

Die allgemeine Hochschulreife, das Abitur, ist der höchste Schulabschluss in Deutschland. Mit dem Abitur kannst du an allen Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland studieren. 

Die fachgebundene Hochschulreife wird an Fachoberschulen (FOS), Berufsoberschulen (BOS) und Berufsoberschulen erworben. Sie unterscheidet sich nur in einem Punkt vom Abitur: Es fehlt eine zweite Fremdsprache. Außerdem kannst du dich auf bestimmte Fachrichtungen spezialisieren und wirst so zum*r Expert*in auf deinem Gebiet – daher der Name "fachgebunden“. Wenn du dein Wissen durch eine Prüfung in einer zweiten Fremdsprache abrundest, kannst du aus deinem fachgebundenen Abitur ein vollwertiges Abitur machen! Grundsätzlich stehen dir mit der Fachgebundenen Hochschulreife die auf deinem Zeugnis genannten Studienfächer an deutschen Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an Universitäten offen. 

Fachabitur ist die Abkürzung für die Fachhochschulreife (verlinken). Sie kann an einer Fachoberschule, einer Berufsoberschule, einem Berufskolleg, einer Fernschule, einer Privatschule, einer Abendschule oder einer Volkshochschule erworben werden. Die Fachhochschulreife besteht aus einem schulischen und einem praktischen Teil. In der 11. Klasse absolvieren die Schüler*innen ein Praktikum in der entsprechenden Fachrichtung. Nach der 12. Jahrgangsstufe erhalten sie die Fachhochschulreife. Diese berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an allen Fachhochschulen in Deutschland. 

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Autor
de.educations.com TeamAutor

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