Chemie Studium

Überblick: Chemie studieren
Ob Lebensmittel, Kosmetik, Medikamente, Putzmittel, Treibstoffe oder Farbstoffe: All diese Produkte werden mithilfe von Chemie hergestellt, verfeinert und/oder haltbar gemacht. Chemie begegnet uns überall im Alltag und gehört in Deutschland zu den wichtigsten Industriezweigen. Wenn du ein Talent für Chemie und andere Naturwissenschaften hast, dich für die Eigenschaften, Zusammensetzung und Reaktionen verschiedenster Stoffe begeisterst und gerne experimentell arbeitest, dann ist das Chemie Studium perfekt für dich.
Im Studium befasst du dich mit anorganischer und organischer Chemie, aber auch Biochemie, Physik und Mathe sowie verschiedenen Verfahrenstechniken. Da das Chemie Studium einen hohen Praxisanteil hat, bist du nach dem Studium gut für den Berufseinstieg als Mitarbeiter*in oder Betriebsassistent*in im Labor bzw. in der Produktion gerüstet. Wenn du allerdings richtig Karriere machen und entsprechend verdienen möchtest, lohnen sich ein Masterstudium und eine anschließende Promotion. Denn im Hochschulumfeld, in der Großindustrie oder wenn du selbst forschen und ein Team leiten willst, wird eine Promotion vorausgesetzt. Wenn du Chemie auf Lehramt studieren willst, musst du neben Chemie ein weiteres Unterrichtsfach wählen. Um Lehrer*in zu werden, brauchst du außerdem einen Masterabschluss (Master of Education).
Du schließt das Studium mit dem Bachelor of Science (B. Sc.), Bachelor of Engineering (B. Eng.) oder, wenn du auf Lehramt studierst, mit dem Bachelor of Education (B. Ed.) ab. Inwiefern sich diese Abschlüsse voneinander unterschieden, verraten wir dir in unserem Ratgeberartikel: B. A., B. Eng., B. Sc. – wo ist der Unterschied?
Was sind die Studieninhalte?
Im Chemie Studium kommen zunächst naturwissenschaftliche Grundlagen und verschiedene Teilbereiche der Chemie auf dich zu. Du wirst also sowohl Physik, Mathematik für Naturwissenschaftler*innen und Zellbiologie auf deinem Stundenplan finden. Was die Grundlagen angeht, unterscheiden sich die Lehrinhalte der einzelnen Hochschulen nicht allzu sehr. Für die Schwerpunktlegung im späteren Verlauf deines Studiums lohnt es sich aber durchaus, das Lehrangebot der verschiedenen Hochschulen zu vergleichen.
Übliche Module im Chemie Studium:
- Mathematik für Naturwissenschaften
- Physik
- allgemeine Chemie
- Biochemie
- physikalische Chemie
- organische Chemie
- anorganische Chemie
- Biochemie und Zellbiologie
- technische Chemie
- makromolekulare Chemie
- Lebensmittelchemie und Toxikologie
- Quantenchemie
- Biochemie
- physikalische Chemie der Polymere
- Elektrochemie
- Heterocyclen und Naturstoffe
- Kolloidchemie
- Englisch
- Rechtskunde
- Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens
- Verfahrenstechnik
- Materialchemie
- nachhaltige Chemie
- technische Chemie
Das Chemie Studium hat einen sehr hohen Praxisanteil. Du absolvierst im Laufe deines Studiums mehrere Praktika im Labor, die in dein Studium integriert sind. Die Praktika finden in der Regel unter der Woche und parallel zu den regulären Vorlesungen statt (nicht im Block außerhalb der Vorlesungszeiten).
In welchen Studienformen wird das Studium angeboten?
Das Chemie Studium wird in den folgenden Studienformen angeboten:
- Vollzeit
- duales Studium
- Fernstudium
- berufsbegleitendes Präsenzstudium
Beachte, dass du Chemie auf Lehramt nur an staatlichen Hochschulen und im Präsenzstudium studieren kannst.
Da das Chemie Studium viele Praxiseinheiten im Labor vorsieht, kannst du beim Fernstudium zwar die Theorie in deinen eigenen vier Wänden pauken, um die Praxiseinheiten vor Ort kommst du dennoch nicht drum herum. Viele Fernstudiengänge richten sich auch an bereits berufstätige Fachkräfte (z. B. Chemielaborant*innen), die sich durch das Studium weiter qualifizieren wollen.
Was unterscheidet ein berufsbegleitendes Präsenzstudium von einem dualen Studium? Das und mehr über die verschiedenen Studienformen verraten wir dir in unserem gleichnamigen Ratgeberartikel.
Welche Voraussetzungen muss ich für ein Chemie Studium erfüllen?
Um Chemie zu studieren, brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung. Diese erwirbst du beispielsweise durch das Abitur, Fachabitur oder einen vergleichbaren Schulabschluss. Aber auch mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung und einigen Jahren Berufspraxis oder einem Meisterabschluss bzw. einer Aufstiegsfortbildung kannst du studieren. Einige Fachliteratur wirst du auf Englisch lesen müssen, daher solltest du mindestens gute Englischkenntnisse mitbringen. Frag am besten direkt bei der Uni deiner Wahl nach, ob du deine Englischkenntnisse nachweisen musst. Einige Hochschulen bieten vor dem Semesterbeginn Vorkurse in Chemie an, die Teilnahme ist aber nicht verpflichtend.
Formale Voraussetzungen
- Abitur / Allgemeine Hochschulreife
- Fachabitur / fachgebundene Hochschulreife / Fachhochschulreife
- einen vergleichbaren Schulabschluss oder
- eine bestimmte berufliche Qualifikation (z. B. Meister)
- evtl. Eignungsprüfung
Du hast kein Abi, möchtest aber trotzdem studieren? Kein Problem! In unserem Ratgeber zum Thema Studieren ohne Abitur findest du hilfreiche Tipps.
Wie hoch ist der NC für ein Chemie Studium?
Das Chemie Studium ist in den meisten Fällen NC-frei. Aber auch, wenn das Chemie Studium an der einen oder anderen Hochschule zulassungsbeschränkt ist, kommt es vor, dass alle Bewerber*innen zum Studium zugelassen werden können. An einigen Unis ist Chemie als Lehramtsstudienfach zulassungsbegrenzt, dann liegt der NC im oberen Zweier- bis mittleren Dreierbereich.
Hochschule | Studiengang | Abiquote | Geltungsjahr | Wartesemester | AdH |
|---|---|---|---|---|---|
Universität Hamburg | Chemie | NC-frei | WiSe 2022/23 | - | NC-frei |
RWTH Aachen | Chemie | - | WiSe 2021/22 | max. 7 | 3,7 |
Uni Köln | Chemie | NC-frei | WiSe 2022/23 | max. 6 | NC-frei |
Bewirbst du dich für ein duales Studium, durchläufst du ein Bewerbungsverfahren, das normalerweise ein Motivationsschreiben, ein Bewerbungsgespräch und/oder einen Eignungstest umfasst. Auch an privaten Hochschulen kannst du mit einem Aufnahmegespräch rechnen. Informiere dich also frühzeitig bei der jeweiligen Hochschule, damit du dich gut vorbereiten kannst.
Was genau beduetet Numerus Clausus (NC), wofür steht AdH? Das verraten wir dir in den gleichnamigen Ratgebertexten rund um den Themenkomplex Studienbewerbung.
Wie ist die berufliche Perspektive nach dem Chemie Studium?
Nach dem Chemie Studium hast du sehr gute Berufsaussichten. Wie bereits erwähnt, kannst du bereits nach dem Bachelor als Labormitarbeiter*in oder -Assistent*in starten. Wenn du allerdings selbst forschen, eigene Projekte leiten oder neuartige Stoffe herstellen willst, dann brauchst du in aller Regel einen Masterabschluss und eine abgeschlossene Promotion. Das gilt vor allem in der chemischen Industrie.
Als Chemiker*in kannst du unter anderem bei Chemieunternehmen, in der Pharmaindustrie und in öffentlichen Forschungseinrichtungen arbeiten. Aber auch so vielseitige Industrien wie die Kosmetikbranche, die Wasserwirtschaft oder in der Restauration von Kunstobjekten werden gut ausgebildete Chemiker*innen gebraucht.
- Chemiker*innen arbeiten unter anderem hier:
- Pharmaindustrie
- Kosmetikindustrie
- Kunststoff- und Lackindustrie
- Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft
- Gesundheitswesen
- chemische Spurenermittlung
- Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalismus
- Umweltschutz und Chemikaliensicherheit
Wenn du Chemie auf Lehramt studierst, musst du in Anschluss an dein Bachelorstudium einen Master absolvieren.
Welches Gehalt kann ich nach dem Chemie Studium erwarten?
Wie viel du nach deinem Chemie Studium verdienst, hängt von deinen konkreten Tätigkeiten ab. Und wie bereits erwähnt, kannst du bestimmte Berufe bzw. Karrierestufen nur mit einer Promotion erreichen. Wenn du nach dem Bachelorabschluss als Chemielaborant*in durchstartest, verdienst du mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung ca. 3.020 Euro brutto pro Monat. Als promovierte*r Chemiker*in in der Entwicklung und Forschung kannst du zwischen ca. 3.900 und 6.620 Euro Bruttomonatsgehalt verdienen.
Bei diesen Gehaltsangaben solltest du allerdings beachten, dass es sich um Durchschnittswerte handelt. Deine persönliche Vergütung wird unter anderem von der Industrie, in der du arbeitest, von der Unternehmensgröße, deinem Arbeitsort, aber auch deiner Berufserfahrung beeinflusst. Entsprechend kann dein Gehalt höher oder niedriger ausfallen.
(Quelle: Gehalt.de)
Gut zu wissen: Im öffentlichen Dienst und in Teilen der chemischen Industrie wird nach Tarifvertrag gezahlt (allerdings sind kleinere und mittelständige Unternehmen oft nicht an diese Tarife gebunden). Auf der Website der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) kannst du dir ein genaueres Bild von deinen Verdienstmöglichkeiten als Chemiker*in machen.
Was kostet mich das Chemie Studium?
Wie viel dich das Chemie Studium kostet, hängt in erster Linie davon ab, ob du an einer privaten oder staatlichen Hochschule studieren wirst.
Staatliche Hochschulen
Da staatliche Hochschulen von den Bundesländern finanziell unterstützt werden, zahlst du in der Regel* keine Studiengebühren. Lediglich der Semesterbeitrag wird zum Sommer- und Wintersemester fällig. Er setzt sich aus dem Sozialbeitrag, dem Mobilitätsbeitrag (= Semesterticket), dem Studierendenschaftsbeitrag und einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Je nach Hochschule liegt der Semesterbeitrag zwischen rund 60 Euro und 475 Euro.
*Sonderregelungen kann es zum Beispiel für Zweitstudierende, Langzeitstudierende oder Nicht-EU-Ausländer*innen geben.
Private Hochschulen
Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen finanzieren sich private Hochschulen durch Trägerschaften und Studiengebühren und sind dadurch deutlich teurer. Dabei gibt es kein einheitliches System und keine einheitlichen Gebühren: An einigen privaten Hochschulen zahlst du die Studiengebühren pro Monat, an anderen pro Semester. Gut zu wissen ist außerdem, dass für den gleichen Studiengang – je nach Standort und Sommer- oder Wintersemester – die Gebühren unterschiedlich hoch ausfallen können. Zusätzlich werden je nach Hochschule Semesterbeiträge, Anmelde- oder Prüfungsgebühren erhoben. Diese können je nach Hochschule und Studienform stark variieren.
Für ein Chemie Studium an einer privaten Hochschule kannst du mit Kosten zwischen 220 bis 550 Euro pro Monat rechnen.
Wie kann ich mein Studium finanzieren?
Jedes Studium kostet Geld. Neben dem Semesterbeitrag bzw. den Studiengebühren kommen dann häufig noch Kosten für Bücher, deine Wohnung und weitere Lebenshaltungskosten auf dich zu. Aber keine Sorge, denn es gibt viele Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren! Die meisten davon kannst du miteinander kombinieren.
- BAföG
- Studium mit Nebenjob finanzieren
- Unterstützung der Eltern
- (KfW) Studienkredite
- (Hochschuleigene) Stipendien
- Ratenzahlung
- von der Steuer absetzen
- Hochschulrabatte (zum Beispiel Treue- und Geschwisterrabatte) und Angebote
- Bildungsfonds = Umgekehrter Generationenvertrag (UGV)
BAföG? Bildungsfonds? Was ist das denn? Du stehst ganz am Anfang des Studiums und hast keine Ahnung, was die verschiedenen Finanzierungsarten bedeuten? Auf unserer Ratgeberseite zum Thema Studienfinanzierung bringen wir Licht ins Dunkel und erklären dir die einzelnen Punkte ausführlicher.
Welchen Master kann ich mit einem Chemie Studium studieren?
Nach dem Chemie Bachelorstudium kannst du dich durch das Masterstudium auf fachliche Schwerpunkte fokussieren, die dich auf Tätigkeiten in einer konkreten Industrie vorbereiten. Mögliche Schwerpunkte sind:
- Nachhaltige Chemie
- Materialchemie
- Pharmaceutical Biotechnology
- Food and Beverage Innovation
Du kannst gegebenenfalls auch einen Master in den Studienfächern Materialwissenschaften oder Verfahrenstechnik antreten, sofern du bereits im Bachelor genügend Berührungspunkte mit den jeweiligen Fachinhalten hattest.
Das Chemie Masterstudium ist häufig durch eine Mindestnote zulassungsbeschränkt, zudem werden in der Regel gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.

de.educations.com TeamAutor
Finden Sie ein Programm in diesen Kategorien