Gesundheitsmanagement Studium

Überblick: Gesundheitsmanagement studieren
Zugegeben, in unserem Gesundheitssystem gibt es einige Baustellen. So ist der Mangel an Pflegepersonal definitiv ein Thema. Daneben benötigt die Branche aber ebenso dringend gut ausgebildete Fachkräfte auf der Management-Ebene. Als Gesundheitsmanager*in findest du Lösungen für komplexe Herausforderungen wie den demografischen Wandel, die Einführung neuer Behandlungsmethoden bei begrenztem Budget und die Digitalisierung. Im Berufsalltag ist es deine Aufgabe branchenrelevante Entwicklungen und wirtschaftliche Interessen mit den Bedürfnissen von Patienten und medizinischem Personal in Einklang zu bringen.
Dafür eignest du dir im Gesundheitsmanagement Studium das nötige Know-how aus Betriebswirtschaft und Gesundheitswissenschaft an. Du lernst die Strukturen unseres Gesundheitssystems kennen und wendest deine BWL-Kompetenzen auf gesundheitsökonomische und gesundheitspolitische Aufgaben an.
Daneben lernst du gleich den Berufsalltag kennen: In dem anwendungsbezogenen Studium ist ein Pflichtpraktikum integriert. Oft kommen dazu noch verschiedene Projektarbeiten. Bei deiner Recherche wirst du vermutlich auch auf das Gesundheitsökonomie Studium stoßen. Die Inhalte dieses Studiengangs sind sehr ähnlich wie beim Gesundheitsmanagement Studium, zum Teil auch deckungsgleich.
Ein Gesundheitsmanagement Studium richtet sich nicht nur an (Fach-)Hochschulabgänger*innen, sondern auch an Berufstätige aus dem Gesundheitsbereich. Wenn du dich also neben deinem Job zum bzw. zur Gesundheitsmanager*in weiterbilden willst, hast du eine große Auswahl an berufsbegleitenden Studiengängen!
Was sind die Studieninhalte?
Das Gesundheitsmanagement Studium verbindet Inhalte aus BWL und Gesundheitswissenschaften. Dazu können noch Grundlagen aus der Rechtswissenschaft und Medizin kommen. Dein Studienfahrplan wird daher so ähnlich aussehen:
- Rechnungswesen
- Wirtschaftsmathematik
- Personalmanagement
- Projektmanagement
- Finanzierung
- Qualitätsmanagement
- Marketing
- Präsentationstechniken
- Gesundheitspolitik
- Gesundheitsindustrie
- Gesundheitsökonomie
- Gesundheitspsychologie
- E-Health
- Prävention und Gesundheitsförderung
- Gesundheitsrecht
- Diagnostik und Pflegeprozess
- Medizinische Grundlagen
- Anatomie
Im Laufe deines Studiums hast du die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen. So werden Krankenhausmanagement, Pflegemanagement, Betriebliches Gesundheitsmanagement oder E-Health, also das Management digitaler Prozesse im Gesundheitswesen, oft als Wahlmodule angeboten.
In welchen Studienformen wird das Studium angeboten?
Das Bachelorstudium Gesundheitsmanagement wird in folgenden Studienformen angeboten:
- Vollzeit
- Berufsbegleitend
- Duales Studium
- Fernstudium
Du hast also die freie Wahl, welche Studienform dir am ehesten zusagt. Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile und du solltest für dich überlegen, wie du am liebsten studieren möchtest.
Welche Voraussetzungen muss ich für ein Gesundheitsmanagement Studium erfüllen?
Um für ein Gesundheitsmanagement Studium zugelassen zu werden, brauchst du in erster Linie eine der folgenden Qualifikationen:
Formale Voraussetzungen
- Abitur / Allgemeine Hochschulreife
- Fachabitur / fachgebundene Hochschulreife / Fachhochschulreife
- einen vergleichbaren Schulabschluss oder
- eine bestimmte berufliche Qualifikation (z. B. Meister)
- evtl. Eignungsprüfung
Du hast kein Abi, möchtest aber trotzdem studieren? Kein Problem! In unserem Ratgeber zum Thema Studieren ohne Abitur findest du hilfreiche Tipps.
Wie hoch ist der NC für ein Gesundheitsmanagement Studium?
Wir haben für dich einige NC-Werte für Gesundheitsmanagement aus dem aktuellen Semester recherchiert. Grundsätzlich beschränken nur staatliche Hochschulen den Zugang zu besonders beliebten Studiengängen durch einen NC (Numerus Clausus). Private Hochschulen setzen dagegen auf ein internes Auswahlverfahren oder es gibt gar keine Zulassungsbeschränkung. An unseren Beispielen kannst du dich orientieren:
Hochschule | Studiengang | Abiquote | Geltungsjahr | Wartesemester | AdH |
|---|---|---|---|---|---|
Uni Köln | Gesundheitsökonomie | 1,9 | WiSe 2022/23 | max. 6 | 2,5 |
Uni Wuppertal | Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement | 2,1 | WiSe 2024/25 | - | 2,9 |
Hochschule RheinMain | Gesundheitsökonomie | kein NC | WiSe 2024/25 | - | - |
Hochschule Zittau/Görlitz | Management im Gesundheitswesen | kein NC | WiSe 2024/25 | - | - |
Hochschule Osnabrück | Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen | Alle Bewerber*innen zugelassen | WiSe 2024/25 | - | - |
Wie ist die berufliche Perspektive nach dem Gesundheitsmanagement Studium?
Mit einem abgeschlossenen Gesundheitsmanagement Studium kannst du dir die Jobs quasi aussuchen. Die vielseitige Gesundheitsbranche befindet sich im Wachstum und der Bedarf an qualifizierten Gesundheitsmanager*innen ist entsprechend hoch. Daran wird sich voraussichtlich auch in den nächsten Jahren nichts ändern, denn − wie schon erwähnt − steht das Gesundheitswesen vor einer Reihe von Herausforderungen.
Passende Arbeitgeber*innen findest du im öffentlichen Bereich ebenso wie in der Privatwirtschaft. Dort kannst du in verschiedenen Management-Positionen arbeiten, zum Beispiel als Personal-, Qualitäts- oder Changemanager*in oder als Controller*in. Ebenfalls in Frage kommen die Bereiche Prozessoptimierung, Finanzierung und digitale Transformation. In Wissenschaft und Forschung kannst du ebenfalls Fuß fassen. Wir haben dir eine Übersicht an typischen Arbeitgeber*innen und Berufsfeldern zusammengestellt:
Arbeitgeber*innen:
- Krankenhäuser
- Arztpraxen
- Alten- und Pflegeheime
- Private und gesetzliche Krankenversicherungen
- Behörden / Gesundheitsämter
- Pharmaunternehmen
- Reha-, Fitness-, und Wellnesscenter
- Politische Verbände
- Heil- und Hilfsmittelhersteller
- Wissenschaftliche Einrichtungen
- Unternehmensberatungen
Berufsfelder:
- Betriebliches Gesundheitsmanagement
- Fallmanagement (bei Krankenversicherungen)
- Optimierung betrieblicher Abläufe
- Entwicklung von Gesundheitsprogrammen
- Kaufmännische Leitung (von Praxen, Gesundheitszentren etc.)
- Finanzplanung und Kontrolle
- Marketing und Kommunikation (z. B. in privaten Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen)
- Qualitätskontrolle medizinischer Produkte und Angebote
- Planung und Steuerung der digitalen Transformation (z. B. in Kliniken und bei Krankenkassen)
Mehr Informationen findest du in unseren ausführlichen Berufsprofilen:
Welches Gehalt kann ich nach dem Gesundheitsmanagement Studium erwarten?
Wir können dir einige Richtwerte an die Hand geben: Als Berufseinsteiger*in kannst du mit einem Gehalt von ca. 3.730 bis 3.900 Euro brutto monatlich rechnen. Der durchschnittliche Verdienst liegt zwischen ca. 4.610 und 4.650 Euro brutto monatlich. Je nach Branche, zum Beispiel in der Pharmaindustrie, sind auch Spitzengehälter von 10.000 Euro brutto monatlich und mehr drin. Nutze diese Zahlen gerne zu deiner Orientierung, bedenke aber, dass dein tatsächliches Gehalt hiervon dennoch abweichen kann.
(Quelle gehalt.de Stand: 02/2023)
Pauschale Aussagen zum Gehalt sind oft schwierig, so auch für Gesundheitsmanager*innen. Es gibt zu viele Faktoren, die deinen Verdienst später beeinflussen werden: Unternehmensgröße, Berufserfahrung, regionaler Standort, Branche, Lohn nach Tarif etc. Da zu unserem komplexen Gesundheitssystem privatwirtschaftliche Unternehmen, politische Verbände, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Ämter und Behörden gehören, ergeben sich ganz unterschiedliche Arbeitsplätze und Berufsbilder. Die Gehälter variieren daher teilweise beträchtlich.
Was kostet mich das Gesundheitsmanagement Studium?
Was dich ein Gesundheitsmanagement Studium kostet, hängt in erster Linie davon ab, ob du staatlich oder privat studierst.
Staatliche Hochschulen
Da staatliche Hochschulen von den Bundesländern finanziell unterstützt werden, zahlst du in der Regel* keine Studiengebühren. Lediglich der Semesterbeitrag wird zum Sommer- und Wintersemester fällig. Er setzt sich aus dem Sozialbeitrag, dem Mobilitätsbeitrag (= Semesterticket), dem Studierendenschaftsbeitrag und einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Je nach Hochschule liegt der Semesterbeitrag zwischen rund 60 Euro und 475 Euro.
*Sonderregelungen kann es zum Beispiel für Zweitstudierende, Langzeitstudierende oder Nicht-EU-Ausländer*innen geben.
Private Hochschulen
Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen finanzieren sich private Hochschulen durch Trägerschaften und Studiengebühren und sind dadurch deutlich teurer. Dabei gibt es kein einheitliches System und keine einheitlichen Gebühren: An einigen privaten Hochschulen zahlst du die Studiengebühren pro Monat, an anderen pro Semester. Gut zu wissen ist außerdem, dass für den gleichen Studiengang – je nach Standort und Sommer- oder Wintersemester – die Gebühren unterschiedlich hoch ausfallen können. Zusätzlich werden je nach Hochschule Semesterbeiträge, Anmelde- oder Prüfungsgebühren erhoben. Diese können je nach Hochschule und Studienform stark variieren.
Für ein Gesundheitsmanagement Studium an einer privaten Hochschule kannst du mit Kosten zwischen 215 und 850 Euro pro Monat rechnen.
Wie kann ich mein Studium finanzieren?
Neben deinem Studium musst du deinen Lebensunterhalt, also Miete, Lebensmittel und weitere Fixkosten bezahlen. Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mit denen du deine Studentenzeit finanzieren kannst:
- BAföG
- Studium mit Nebenjob finanzieren
- Unterstützung der Eltern
- (KfW) Studienkredite
- (Hochschuleigene) Stipendien
- Ratenzahlung
- von der Steuer absetzen
- Hochschulrabatte (zum Beispiel Treue- und Geschwisterrabatte) und Angebote
- Bildungsfonds = Umgekehrter Generationenvertrag (UGV)
BAföG? Bildungsfonds? Was ist das denn? Du stehst ganz am Anfang des Studiums und hast keine Ahnung, was die verschiedenen Finanzierungsarten bedeuten? Auf unserer Ratgeberseite zum Thema Studienfinanzierung bringen wir Licht ins Dunkel und erklären dir die einzelnen Punkte ausführlicher.
Welchen Master kann ich mit einem Gesundheitsmanagement Studium studieren?
Im Master Gesundheitsmanagement steigst du noch tiefer in die betriebswirtschaftliche und gesundheitswissenschaftliche Materie ein. Du erwirbst zudem weitere Führungskompetenzen, mit denen du dich für Positionen mit mehr Verantwortung qualifizierst. Damit steigen auch deine Chancen auf ein höheres Gehalt.
Da das Gesundheitswesen in vielen Lebensbereichen Anwendung findet, ist ein Master auch eine gute Möglichkeit, dich zu spezialisieren. Gängige Schwerpunkte sind zum Beispiel:
- Krankenhausmanagement
- Digital bzw. E-Health
- Pflegemanagement
- betriebliches Gesundheitsmanagement
Im Laufe deines Bachelors wirst du feststellen, welcher Schwerpunkt dich besonders interessiert. Dann kannst du immer noch entscheiden, in welche Richtung es mit deinem Master gehen soll.
Für das Gesundheitsmanagement Studium gibt es eine recht große Auswahl an Masterstudiengängen. Die Schwerpunkte sind zum Teil aber ganz unterschiedlich. Schau dir daher genau an, welche Inhalte am besten zu deinem Bachelor und zu deinen Zielen und Interessen passen. Zeitlich solltest du für deinen Master drei bis vier Semester einplanen.

de.educations.com TeamAutor
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