Medizinstudium
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichten wir im folgenden Text auf das Gendern und verwenden stattdessen zu möglichst ausgeglichenen Anteilen das generische Femininum und das generische Maskulinum. Wir möchten aber alle Gender ansprechen, explizit auch jene, die nicht durch binäre Bezeichnungen repräsentiert werden.
Was ist das Medizin Studium?
Arzt bzw. Ärztin ist für viele ein absoluter Traumberuf. Der Karriereweg dorthin ist klar definiert: Das Medizin Studium vermittelt dir tiefe Kenntnisse über den menschlichen Körper. Anatomie, Neurologie, Virologie – in insgesamt zehn Semestern lernst du vielfältige theoretische Grundlagen, die du in diversen Praktika und schließlich im Praktischen Jahr (11. Semester) praktisch vertiefst. Insgesamt legst du drei ärztliche Prüfungen ab. Nach deinem Praktischen Jahr und dem erfolgreichen Bestehen deiner dritten Ärztliche Prüfung kannst du dann deine Approbation beantragen und als Arzt bzw. Ärztin arbeiten – allerdings ohne Kassenzulassung. Die bekommst du, wenn du nach deinem Studium noch eine Weiterbildung zum Facharzt bzw. Fachärztin dranhängst.
Die Weiterbildung zum Facharzt bzw. zur Fachärztin dauert je nach Fachbereich fünf bis sechs Jahre. In dieser Zeit arbeitest du als Assistenzarzt bzw -ärztin zum Beispiel in einer Universitätsklinik, Ärztlichen Praxis oder anderen zugelassenen Einrichtung der ärztlichen Versorgung.
Den Fachbereich, auf den du dich spezialisieren möchtest, kannst du aus über 30 Fachgebieten auswählen.
- Allgemeinmedizin
- Neurologie
- Innere Medizin
- Chirurgie
- Hals-Nasen-Ohrenkunde
- Kinder- und Jugendmedizin
- Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Pathologie
- Augenheilkunde
- Physiologie
- Strahlentherapie
- Rechtsmedizin
- Transfusionsmedizin
- Urologie
- Virologie
Die Weiterbildung zum Facharzt ist im Gegensatz zum Medizinstudium nicht bundeseinheitlich geregelt. Stattdessen regeln dies die Landesärztekammern in den jeweiligen Bundesländern. Für alle Informationen, zum Ablauf, zu den Inhalten und zu den einzelnen Fachbereichen erkundige dich also am besten direkt auf den jeweiligen Webseiten und Weiterbildungsordnungen, da es Abweichungen voneinander geben kann.
Voraussetzungen und NC
Medizin gehört zu den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen Das heißt, dass die Studienplätze für Medizin zentral vergeben werden. Du bewirbst dich also nicht direkt an einer Universität, sondern bei der Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de). Auf der Webseite legst du dir ein Benutzerkonto an und schickst eine Online-Bewerbung ab. Zudem musst du deine Unterlagen (dein beglaubigtes Abiturzeugnis sowie den Zulassungsantrag, den du nach der Online-Bewerbung erhältst) per Post senden. Eine genaue Anleitung findest du in unserem Ratgeber „Hochschulstart Medizin“.
Medizin studieren ohne Abitur
Du hast kein Abi? Das ist mittlerweile kein Hindernis mehr für ein Studium. An den meisten Hochschulen gibt es heutzutage verschiedene Lösungen. In unserem Artikel zeigen wir dir, unter welchen Voraussetzungen du Medizin ohne Abitur studieren kannst.
Wie hoch ist der NC für ein Medizin Studium?
Der Numerus Clausus (NC) beziehungsweise die Note, die du benötigst, um nach der Abiturbestenquote für ein Medizinstudium zugelassen zu werden, ist sehr hoch und liegt typischerweise im Bereich 1,0 bis 1,3. Du kannst deine Chancen auf einen Studienplatz verbessern, wenn du am Test für Medizinische Studiengänge (TMS) teilnimmst oder bereits Berufspraxis (zum Beispiel als Krankenpfleger*in im Krankenhaus) vorweisen kannst. Weitere Kriterien, die Hochschulen neben deiner Abiturnote bei der Zulassung zum Medizinstudium heranziehen, sind Auswahlgespräche und die Gewichtung bestimmter anderer Noten in deinem Zeugnis (zum Beispiel in Biologie oder Chemie). Wenn du wissen willst, welche Kriterien deine Wunschuniversität priorisiert, solltest du dir die Zulassungsbedingungen auf deren Website anschauen. Klick dich auch in unserem Ratgeber „NC Medizin Studium“.
Auf Hochschulstart.de findest du die letzten Auswahlgrenzen des Zentrale Verfahrens für vergangene Semester. Wir listen dir hier einige Beispiele dafür von verschiedenen Universitäten auf:
Hochschule | Abitur-Durchschnittsnote | Semester |
|---|---|---|
RWTH Aachen | 1,0 – 1,1 | WiSe 2024/25 |
Goethe-Universität Frankfurt | 1,0 – 1,2 | WiSe 2024/25 |
Universität zu Köln | 1,0 | WiSe 2024/25 |
Universität Leipzig | 1,0 – 1,1 | WiSe 2024/25 |
Universität des Saarlandes | 1,0 – 1,3 | WiSe 2024/25 |
Medizin im Ausland studieren?
Du überlegst, im Ausland Medizin zu studieren? Bei unseren Nachbarländern läuft das Medizin Studium meist sehr ähnlich ab, wobei die Zulassungsbedingungen sich unterscheiden.
In Österreich musst du für dein Medizinstudium das Abitur (Matura) vorlegen können, um am Auswahltest MedAT teilnehmen zu können. Dieser findet jährlich im Juli statt und prüft unter anderem deine Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern sowie deine kognitiven und sozialen Fähigkeiten. Als Deutsche*r hast du bei Teilnahme am Test die Chance, zum Medizinstudium zugelassen zu werden. Bedenke allerdings, dass lediglich 20 Prozent der Medizin Studienplätze an EU-Bürger*innen, die keine österreichische Staatsbürgershaft besitzen, vergeben werden.
In der Schweiz werden Eignungstests oder Zulassungsbeschränkungen, zum Beispiel über einen Numerus Clausus (NC) dann eingesetzt, wenn die Anzahl der Anmeldungen für ein Medizinstudium die verfügbaren Studienplätze überschreitet. Der Eignungstest EMS findet ebenso wie in Österreich einmal jährlich im Juli statt. An den Universitäten in Genf, Lausanne und Neuenburg gibt es keinen Eignungstest – hier kannst du dich grundsätzlich direkt bewerben. Je nach Uni gibt es dann jedoch weitere Voraussetzungen für die Studienaufnahme, so musst du für ein Studium an der Uni Genf einen Abischnitt von mindestens 2,5 vorweisen.
Was sind die Studieninhalte?
Im Medizin Studium folgst du einem – im Vergleich zu anderen Studiengängen – starren Studienplan. Innerhalb der ersten vier Semester schließt du die Vorklinik mit dem Physikum, dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung ab. Vom fünften bis zehnten Semester befindest du dich in der sogenannten Klinik, in der du Theorie und Praxis verknüpfst. Folgende Themen stehen u.a. in den unterschiedlichen Phasen auf deinem Studienplan:
- Anatomie
- Physik
- Chemie
- Physiologie
- Psychologische Grundlagen
- Soziologische Grundlagen
- Ethik
- Allgemeinmedizin
- Dermatologie
- Chirurgie
- Augenheilkunde
- Neurologie
- Gynäkologie
- Psychiatrie
- Pathologie
- Pharmakologie
- Radiologie
- Rechtsmedizin
- Notfallmedizin
- Klinische Chemie
- Mikrobiologie & Virologie
- Chirurgie
- Innere Medizin
- Wahlfach (z.B. Allgemeinmedizin, Gynäkologie oder Psychiatrie)
Studienformen
Den Studiengang Medizin kann man derzeit nur in Vollzeit und in Präsenz an einer Universität studieren.
Wie ist die berufliche Perspektive?
Deine berufliche Perspektive nach deinem Medizinstudium sind sehr gut. Ärzte und Ärztinnen werden gesucht – gerade auf dem Lang gibt es sogar einen Ärztemangel. Wenn du dich für eine Weiterbildung zum Facharzt entscheidest, kannst du spezialisiert arbeiten, zum Beispiel als Augenärztin. Als Arzt wirst du zum Beispiel
- in deiner eigenen Praxis
- Als angestellte Ärztin bzw. als angestellter Arzt in einer Gemeinschaftspraxis
- in Krankenhäusern und Kliniken
- in Gesundheitszentren
- in Altenheimen
tätig.
Wie sieht das Gehalt nach dem Studium aus?
Dein Gehalt als Arzt kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, in welchem fachärztlichen Gebiet du tätig wirst und ob du angestellt oder als niedergelassene Ärztin arbeitest. Wir können dir hier nur einige Beispiele für Gehälter geben. Bedenke aber, dass es viele Faktoren gibt, die deinen Lohn beeinflussen können.
Ärzte mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung verdienen etwa 5.700 Euro brutto/ Monat. Dein Gehalt steigt mit deiner Berufserfahrung als Arzt typischerweise recht stark. Bei über neun Jahren Berufserfahren kannst du als Ärztin schon mehr als 8.000 Euro brutto im Monat verdienen.
(Quelle: gehalt.de, Stand: 06/2025)
Laut einer Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) lagen die durchschnittlichen Bruttoverdienste niedergelassener Ärzte im Jahr 2020 bei etwa 14.333 Euro. Davon müssen sie jedoch nicht nur Steuern, sondern auch ihre Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen. Nach Abzug aller Beiträge kommt das Zi auf einen ungefähren Nettolohn von 7.250 Euro pro Monat für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.
Klick dich auch in unseren Artikel Gehalt im Gesundheitswesen. Dort haben wir noch mehr Gehaltsangaben aufgeführt, an denen du dich orientieren kannst.
Was kostet ein Medizin Studium?
Wie viel dich das Medizin Studium kostet, hängt in erster Linie davon ab, ob du an einer privaten oder staatlichen Hochschule studieren wirst.
Staatliche Hochschulen
Da staatliche Hochschulen von den Bundesländern finanziell unterstützt werden, zahlst du in der Regel* keine Studiengebühren. Lediglich der Semesterbeitrag wird zum Sommer- und Wintersemester fällig. Er setzt sich aus dem Sozialbeitrag, dem Mobilitätsbeitrag (= Semesterticket), dem Studierendenschaftsbeitrag und einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Je nach Hochschule liegt der Semesterbeitrag zwischen rund 60 Euro und 475 Euro.
*Sonderregelungen kann es zum Beispiel für Zweitstudierende, Langzeitstudierende oder Nicht-EU-Ausländer*innen geben.
Private Hochschulen
Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen finanzieren sich private Hochschulen durch Trägerschaften und Studiengebühren und sind dadurch deutlich teurer. Dabei gibt es kein einheitliches System und keine einheitlichen Gebühren: An einigen privaten Hochschulen zahlst du die Studiengebühren pro Monat, an anderen pro Semester. Gut zu wissen ist außerdem, dass für den gleichen Studiengang – je nach Standort und Sommer- oder Wintersemester – die Gebühren unterschiedlich hoch ausfallen können. Zusätzlich werden je nach Hochschule Semesterbeiträge, Anmelde- oder Prüfungsgebühren erhoben. Diese können je nach Hochschule und Studienform stark variieren.
Für ein Medizin Studium an einer privaten Hochschule kannst du mit Kosten zwischen 1.500 Euro bis 2.000 Euro pro Monat rechnen (Stand 2025).
Wie finanziere ich mein Medizin Studium?
Auf der Suche nach dem passenden Studiengang machst du dich bestimmt auch schon zum Thema Studienkosten schlau. Das Studium kostet nun mal Geld – aber kein Grund zur Verzweiflung, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten der Studienfinanzierung. Wir listen dir einige davon auf:
- BAföG
- Studium mit Nebenjob finanzieren
- Unterstützung der Eltern
- (KfW) Studienkredite
- (Hochschuleigene) Stipendien
- Ratenzahlung
- von der Steuer absetzen
- Hochschulrabatte (zum Beispiel Treue- und Geschwisterrabatte) und Angebote
- Bildungsfonds = Umgekehrter Generationenvertrag (UGV)
Du hast keine Ahnung, was die verschiedenen Finanzierungsarten bedeuten? Auf unserer Ratgeberseite zum Thema Kosten & Studienfinanzierung bringen wir Licht ins Dunkel und erklären dir die einzelnen Punkte ausführlicher.
Welche Alternativen gibt es zum Medizin Studium?
Die Voraussetzungen für das Medizin Studium sind für dich nur schwer oder gar nicht erreichbar oder das Studium ist dir zu ausführlich? Es gibt einige alternative Studiengänge, die du stattdessen studieren kannst, wenn du von einer Karriere im medizinischen Bereich träumst.
Wenn du dich doch eher in einer Management Position siehst, sind folgende Studiengänge vielleicht etwas für dich:

de.educations.com TeamAutor
Finden Sie ein Programm in diesen Kategorien