Wirtschaftsinformatik Studium: Inhalte, Voraussetzungen & Karriere

Auf dieser Seite erklären wir dir, was du im Wirtschaftsinformatik Studium lernst, welche Voraussetzungen du mitbringen solltest und welche Karrierewege du einschlagen kannst.

16. Juli 2026

Auf einen Blick

  • Abschluss: B. Sc., B. Eng.
  • Regelstudienzeit: 6 – 7 Semester
  • NC: Selten
  • Studienform: Vollzeit, dual, berufsbegleitend, Fernstudium

Was ist Wirtschaftsinformatik?

Ohne Wirtschaftsinformatik wären Unternehmen heute aufgeschmissen: Informations- und Kommunikationssysteme regeln Prozesse in jedem Unternehmen, egal wie groß. Die Herausforderung dabei: Betriebswirtschaftliche Fragestellungen sollen mit Hilfe computergestützter Programme und Systeme gelöst und optimiert werden.

Es werden also Expertinnen und Experten gebraucht, die Know-how in beiden Fachbereichen mitbringen und dieses miteinander verbinden können. Ein Studium der Wirtschaftsinformatik beinhaltet deshalb gleich mehrere Themen. So musst du dich im Studium mit betriebswirtschaftlichen, sozialwissenschaftlichen und sogar mit den Bereichen Soziologie sowie Psychologie beschäftigen. Zusätzlich nimmt die Informatik einen entscheidenden Anteil der Studieninhalte ein. Die Kombination von Wirtschaftswissenschaften und Informatik macht diesen Studiengang besonders bei Männern sehr beliebt, aber auch immer mehr Frauen studieren das Fach.

Welche Studienhalte erwarten mich im Wirtschaftsinformatik Studium?

Wie der Studiengangsname schon sagt, besteht das Studium der Wirtschaftsinformatik aus zwei Teilbereichen: Der Wirtschaft und der Informatik. Ob sich die wirtschaftlichen und informationstechnologischen Anteile die Waage halten oder ob einer der beiden überwiegt, hängt vom Studienverlaufsplan der jeweiligen Hochschule ab.

  • Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  • Grundlagen der Volkswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung
  • Finanzierung und Investition
  • Human Resources
  • Dienstleistungsmanagement
  • Marketing und Vertrieb
  • Unternehmensführung
  • Beschaffung und Logistik
  • Produktion und Absatz
  • Recht
  • Mathematik und Statistik

  • Grundlagen der Informatik
  • Betriebliche Anwendungssoftware
  • Webtechnologien
  • Betriebssysteme
  • Softwaretechnik und -Engineering
  • Qualitätssicherung
  • IT Architektur
  • IT Sicherheit
  • IT Recht
  • Informationsmanagement
  • E-Business und Mobile Computing

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Um zum Bachelor Wirtschaftsinformatik zugelassen zu werden, braucht man die Hochschulzugangsberechtigung. Diese erhältst du durch dein (Fach-) Abitur.

Du musst kein Programmierprofi sein, wenn du dein Studium beginnst. Sie gehören auch nicht zu den formalen Voraussetzungen, mit Programmierkenntnissen wird dir der Einstieg ins Studium jedoch leichter fallen.

Wie hoch ist der Numerus Clausus (NC)

Bei manchen Hochschulen muss ein Numerus Clausus, also ein bestimmter Notendurchschnitt im Abschlusszeugnis, erreicht werden. Häufiger ist mittlerweile ein individuelleres Auswahlverfahren der Hochschulen, bei dem noch andere Kriterien (z.B. Tests, einzelne Schulnoten) herangezogen werden.

Der Studiengang Wirtschaftsinformatik ist häufig zulassungsfrei. Wenn es eine Zulassungsbeschränkung per NC gibt, liegt dieser häufig im 2er Bereich.

Gibt es ein Pflichtpraktikum?

Neben Praxisprojekten kann auch ein Pflichtpraktikum Teil eines Studienplans im Wirtschaftsinformatik Studium sein. Ob dieses verpflichtend oder freiwillig ist, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich.

Wie lange dauert das Wirtschaftsinformatik Studium?

Wirtschaftsinformatik Studiengänge sind in der Regel auf 6 bis 7 Semester (3 bis 3,5 Jahre) ausgelegt, wenn du in Vollzeit studierst. Wenn du einen berufsbegleitenden Studiengang wählst, kann das Studium auch länger dauern. Am Ende schließt du dein Wirtschaftsinformatik Studium mit einem Bachelor of Science oder einem Bachelor of Engineering ab.

In welchen Studienformen wird das Wirtschaftsinformatik Studium angeboten?

Mittlerweile kann man Wirtschaftsinformatik nicht nur in einem klassischen Vollzeitstudium studieren, sondern auch als duales Studium oder als Abend- bzw. Fernstudium. Welche Studienform für dich die Richtige ist, musst du allerdings selbst entscheiden. So hat jede Variante eigene Vor- bzw. Nachteile. Das Wirtschaftsinformatik Studium wird u.a. auch als reines Fernstudium angeboten, welches du komplett online absolvieren kannst. Dabei musst du dich jedoch stärker selbst organisieren als bei einem Präsenzstudium.

Wo kann ich Wirtschaftsinformatik studieren?

Da Wirtschaftsinformatik ein techniklastiger Studiengang ist, findest du das beste Angebot meist an Technischen Universitäten und Fachhochschulen. Aber auch viele private Hochschulen bieten passende Studiengänge an.

In unserer Datenbank findest du passende Studienangebote:

Wie viel kostet ein Wirtschaftsinformatik Studium?

Wie viel dich dein Studium kostet, hängt in erster Linie davon ab, ob du an einer privaten oder staatlichen Hochschule studierst.

Staatliche Hochschulen

Da staatliche Hochschulen von den Bundesländern finanziell unterstützt werden, zahlst du in der Regel* keine Studiengebühren. Lediglich der Semesterbeitrag wird zum Sommer- und Wintersemester fällig. Er setzt sich aus dem Sozialbeitrag, dem Mobilitätsbeitrag (= Semesterticket), dem Studierendenschaftsbeitrag und einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Je nach Hochschule liegt der Semesterbeitrag zwischen rund 60 Euro und 475 Euro.

*Sonderregelungen kann es zum Beispiel für Zweitstudierende, Langzeitstudierende oder Nicht-EU-Ausländer*innen geben.

Private Hochschulen

Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen finanzieren sich private Hochschulen durch Trägerschaften und Studiengebühren und sind dadurch deutlich teurer. Dabei gibt es kein einheitliches System und keine einheitlichen Gebühren: An einigen privaten Hochschulen zahlst du die Studiengebühren pro Monat, an anderen pro Semester. Gut zu wissen ist außerdem, dass für den gleichen Studiengang – je nach Standort und Sommer- oder Wintersemester – die Gebühren unterschiedlich hoch ausfallen können. Zusätzlich werden je nach Hochschule Semesterbeiträge, Anmelde- oder Prüfungsgebühren erhoben. Diese können je nach Hochschule und Studienform stark variieren.

Für ein Wirtschaftsinformatik Studium an einer privaten Hochschule musst du mit Kosten zwischen etwa 220 und 500 Euro monatlich rechnen.

Du weißt nicht, wie du dein Studium finanzieren sollst?

Bei uns erfährst du alles, was du über die verschiedenen Möglichkeiten zur Studienfinanzierung wissen musst.

Welchen Master kann ich nach einem Wirtschaftsinformatik Bachelor studieren?

Das Masterangebot im Bereich Wirtschaftsinformatik ist groß. So hast du hier die Möglichkeit, den perfekten Studiengang für dich zu finden. Zwar hat jede Hochschule ihre eigenen Schwerpunkte, aber folgende Inhalte sind mit großer Sicherheit Teil jedes Wirtschaftsinformatik Masters:

  • Informationssysteme, Betriebssysteme
  • Datenbanksysteme, Datenbankadministration
  • Softwaretechnik, Softwarearchitektur
  • Software Engineering
  • Mathematik, Stochastik Programmierung
  • Simulation
  • Künstliche Intelligenz
  • IT-Sicherheit
  • E-Business
  • Prozess- und Supply Chain Management
  • IT-Lösungen in der Finanzwirtschaft, Finanzmanagement
  • Projektarbeit, Fallstudie

Zwar sind Masterstudiengänge von sich aus schon spezialisierter als viele Bachelorstudiengänge, aber einige Wirtschaftsinformatik Master legen von Anfang an das Augenmerk auf ganz bestimmte Aspekte. Besonders häufige Ausrichtungen von Masterstudiengängen sind:

  • E-Commerce
  • IT-Consulting
  • Human Resources Management
  • IT-Systementwicklung

Wie sind die Karrierechancen nach dem Wirtschaftsinformatik Studium?

Wirtschaftsinformatiker*in sind in der Wirtschaft stark gefragt und werden auch in Zukunft gebraucht. Damit bestehen beste Karriereaussichten. Egal, ob als Software-Entwickler*in oder Unternehmensberater*in, im Vertrieb oder Support, auf Führungsebene oder auch im Controlling, die Vielfalt der Berufsmöglichkeiten ist sehr groß.

Als Wirtschaftsinformatiker*innen kannst du nach Abschluss deines Studiums beispielsweise bei Unternehmen aus folgenden Bereichen eine Anstellung finden:

  • IT-Unternehmen
  • IT-Anwendungsberatung
  • IT-Vertrieb
  • Unternehmensberatungen
  • Banken, Versicherungen
  • Industrie-, Handel- und Kommunikationsunternehmen

Daneben kannst du dich natürlich auch selbstständig machen, um zum Beispiel als externe*r IT-Berater*in für Unternehmen oder öffentliche Institutionen zu arbeiten. Welche Aufgaben innerhalb eines Unternehmens übernommen werden, hängt stark von der Studienausrichtung und den eigenen Vorlieben ab.

  • Betriebsorganisation, -planung
  • Informationsbeschaffung, -erschließung, -aufbereitung
  • IT-Anwendungsberatung, -Training
  • IT-Koordination, -Organisation, -Management
  • IT-Qualitätssicherung, -Testing
  • IT-Sicherheit
  • IT-Systemadministration
  • IT-Systementwicklung
  • Vertrieb, Marketing, Werbung von IT-Produkten
  • Softwareentwicklung
  • Unternehmensberatung

  • Softwareentwickler*in
  • Controller*in
  • IT-Consultant

Wie du anhand der Einsatzbereiche und Berufe siehst, wirst du als Wirtschaftsinformatiker*in in vielen Fällen einen Bürojob haben. Du solltest dir also vorher überlegen, ob diese Art von Arbeit zu dir passt.

Wie hoch ist das Gehalt nach dem Wirtschaftsinformatik Studium?

Das Thema Gehalt und Karriere ist immer etwas schwierig, da es vor allem auf die Studienleistungen sowie im Studium erworbene Praxiserfahrung ankommt, wie man in seine berufliche Laufbahn startet. Dennoch werden von mehreren Internetquellen konkrete Zahlen angegeben. Bitte bedenke jedoch, dass diese mit Vorsicht zu genießen sind.

Nach Erhebungen und Umfragen darfst du aber mit ca. 40.000 - 50.000 Euro/Jahr (brutto) Einstiegsgehalt als Wirtschaftsinformatiker*in rechnen. Im weiteren Karriereverlauf gehören die Wirtschaftsinformatiker*innen zu den Besserverdienern. Hier werden Angaben zwischen 50.000 - 60.000 Euro gemacht. Das hohe Gehalt liegt vor allem daran, dass Wirtschaftsinformatiker*innen eben als Allrounder gelten und ihr Fachwissen für viele Unternehmensprozesse enorm wichtig ist.


Weitere Fragen zum Studium

Wie schwer dir das Wirtschaftsinformatik Studium fällt, hängt vor allem davon ab, wie gut deine Mathematik Kenntnisse sind. Viele Studierende finden den Mathe und Programmier-Anteil im Studium schwierig. Wenn du dich gut strukturierst und viel lernst, ist es aber machbar. Da auch Betriebswirtschaftslehre ein großer Teil eines Wirtschaftsinformatik Studiums ist, sollte dich dieses Thema auch interessieren.

An staatlichen Hochschulen startet das Semester Anfang Oktober, wenn der Studiengang im Wintersemester angeboten wird. Seltener bieten Hochschulen das Wirtschaftsinformatik Studium auch zum Sommersemester an. Dann kannst du dein Studium im April starten.

Private Hochschulen sind etwas flexibler und haben meist mehrere Starttermine für ihre Studiengänge.

An staatlichen Hochschulen ist die Bewerbungsfrist für das Wintersemester am 15. Juli und für das Sommersemester am 15. Januar.

An privaten Hochschulen sind die Bewerbungsfristen oftmals flexibler. Du kannst dich oft auch noch kurzfristig vor Semesterstart bewerben. Wenn du bereits eine Hochschule favorisiert hast, sieh direkt auf ihrer Website nach den jeweiligen Bewerbungsfristen.

Ja, grundsätzlich kannst du Wirtschaftsinformatik ohne Abitur studieren. Um ein Studium zu beginnen, benötigst du eine Hochschulzulassungsberechtigung. Das kann neben dem (Fach)Abitur auch eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie Berufserfahrung oder ein Meister- oder Technikerabschluss sein. Die genauen Bedingungen findest du auf der Website deiner Wunschhochschule.

Wirtschaftsinformatik ist kein sehr überlaufener Studiengang. Zu Studienbeginn kann es sein, dass es viele Bewerber*innen auf wenige Studienplätze gibt und du das Gefühl bekommen kannst, dass der Studiengang überlaufen ist. Allerdings sinken die Studierendenzahlen in den ersten Semestern, da nicht jede*r den Mathematik und Programmieranteil des Studiums gut bewältigen kann.

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